25 Jahre DLG International

Die DLG International GmbH beging aus Anlass ihres 25-jährigen Bestehens am 31. Mai 2012 eine Feierstunde im DLG-Haus in Frankfurt im Max-Eyth-Saal. Zusammen mit DLG-Präsident Carl-Albrecht Bartmer, Aufsichtsrat Prof. Dr. Hans-Joachim Leyrer und Geschäftsführer Bernd Koch feierten rund 60 geladene Gäste und Wegbereiter die erfolgreiche Entwicklung der vergangenen 25 Jahre.

Hier möchten wir allen Interessierten die Möglichkeit bieten, die Festrede, gehalten von Aufsichtsrat Prof. Dr. Hans-Joachim Leyrer, nochmals auf sich wirken zu lassen.

Die Festrede finden Sie hier zum Download [PDF].

25 Jahre DLG International GmbH - Festvortrag - 31. Mai 2012 - Prof. Dr. Hans-Joachim Leyrer

Es gilt das gesprochene Wort.

Vor Kurzem habe ich in einem Vortrag dargestellt, dass es in Deutschland rd. 3 Mill. Unternehmen gibt, dass die meisten davon Familienunternehmen sind und dass die durchschnittliche Lebensdauer eines Unternehmens rd. 24 Jahre beträgt.

So gesehen könnte diese Festrede – rein statistisch gesehen – auch eine Trauerrede sein. Ist es aber nicht. Das Gegenteil ist der Fall. Wie wir noch sehen werden, wurde vor gut 3 Jahren der Turbo eingelegt und die zweite Raketenstufe gezündet, welche die DLG International in neue Höhen führen soll.

Ich werde nachfolgend versuchen, den Weg der DLG International von ihrer pränatalen Phase über ihre Gründung und die wechselnden Schwerpunkte in ihren Aktivitäten bis zum heutigen Tage aufzuzeichnen.

Bereits 1981 hat die DLG eine Auslandskommission ins Leben gerufen, die Vorschläge erarbeiten sollte, wie die DLG zukünftig ihre Auslandsarbeit gestalten sollte. 1983 wurde das „DLG-Fortbildungswerk“ gegründet, in dem die Fortbildungsaktivitäten der DLG sowie die Auslandsarbeit zusammen gefasst wurden. Vorsitzender wurde Graf Strasoldo, später Herr Prof. Kuhlmann, zum Geschäftsführer wurde Herr Dr. Rieger ernannt.
Zur Unterstützung der Auslandstätigkeiten kam es dann zur Gründung der Abteilung „Internationale Zusammenarbeit“, die Herr Martin Lüth leitete. Ihr zugeordnet wurde der „Ausschuss Internationale Partnerschaft“, der bis heute eine tragende und beratende Rolle bei der Auslandsarbeit spielt.

In Vorbereitung des 100-jährigen Jubiläums der DLG wurde entschieden, ein Projekt in der Türkei (und zwar in Tekirdag/Thrakien) anzustoßen mit dem Ziel, den Bildungsstand der Landwirte zu heben und Anregungen zur Selbsthilfe zu geben. 1986 war die Projektkonzeption erstellt.

Jetzt galt es einen geeigneten organisatorischen Rahmen zu finden. Es folgten mehrere Gesprächsrunden zwischen Herrn Ihle und Prof. Strecker bis zu einem entscheidenden Treffen Ende 1986 in Limburg in einem Café am Dom, an dem auch ich teilnahm. Damals wurden die Grundstrukturen für den organisatorischen Rahmen verabschiedet.

Die Grundüberlegung war, dass die DLG ihr spezifisches know how in Projekte der TZ einbringen sollte. Dies konnte jedoch wegen des Gemeinnützigkeitsstatus des e.V.  nur in einer separaten Gesellschaft geschehen. Andererseits war klar, dass eine Beschränkung der Aktivitäten der neuen Gesellschaft auf die Tätigkeitsgebiete des e.V. nur zu  begrenzten Umsätzen führen würde. Unter wirtschaftlichen Aspekten schien es deshalb ratsam, dafür keine eigene Infrastruktur auf zu bauen, sondern sich im Rahmen einer Kooperation auf bereits vorhandene Ressourcen zu stützen.

So kam es denn zu der Überlegung, mit der AFC zusammen zu arbeiten. Die AFC Consultants International war ein Unternehmen, das neben der Managementberatung im Inland vor allem auf dem Gebiet der TZ - Technische Zusammenarbeit oder allgemein gesprochen der Entwicklungshilfe – tätig war.

Als  Ergebnis der Überlegungen sollte eine neue Gesellschaft – die DLG-Agriservice GmbH – gegründet werden, an welcher der DLG e.V. 70 %, die AFC 30 % der Anteile halten sollte. Für die Teilnahme an den Ausschreibungen sowie für die Durchführung der gewonnenen Projekte sollte gegen Kostenersatz auf die personellen und sachlichen Ressourcen der AFC zurück gegriffen werden. Dadurch würde eine echte win win-Situation erreicht: DLG e.V. bekommt Zugang zu einem neuen Geschäftsfeld und zwar ohne Risiko, da praktisch ohne Fixkosten gearbeitet werden konnte und AFC konnte zusätzliche Deckungsbeiträge in Geschäftsbereichen erwirtschaften, die ihr ohne die Anbindung an die DLG verschlossen oder nur erheblich schwieriger zugänglich gewesen wären.

So weit, so gut. Das waren die Überlegungen in Limburg. Herr Ihle hat es übernommen, das Präsdium der DLG mit Herrn Ertl an der Spitze zu überzeugen, AFC hat es übernommen, einen Businessplan und die Statuten auszuarbeiten.

Aber ganz so einfach war das Ganze dann doch nicht. Als die AFC-Konkurrenz erfuhr, was da in der Planung war, wurde mit aller Macht versucht, dieses neue Gemeinschaftsunternehmen zu Fall zu bringen.
Es gab dann verschiedene Vorstandsrunden in der DLG, die sich mit diesem Thema beschäftigt haben. Mehrere Vorstandsmitglieder haben dann die AFC besucht,

  • um sich den Ablauf des TZ-Geschäftes und die Planungen erklären zu lassen,  
  • um sich davon zu überzeugen, dass die AFC ein zuverlässiger und solventer Partner war
  • und um sich schließlich ein Bild über die Erfolgsaussichten des neuen Unternehmens machen zu können.

Letzten Endes konnten alle Querschüsse abgewehrt werden, und am 28.07.1987 wurde die Gründung der neuen DLG-Agriservice GmbH mit einem Stammkapital von 100.000 DM notariell beurkundet. Der erste Geschäftsführer war Prof. Dr. Otto Strecker.
Der Geschäftszweck wurde in § 2 der Satzung wie folgt – wie üblich sehr breit - formuliert:
„Die Gesellschaft soll die in- und ausländische Agrarwirtschaft, insbesondere die Aussteller der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) e.V., aber auch Unternehmen und Institutionen anderer Wirtschaftszweige durch Bereitstellung von Beratungs- und Dienstleistungen fördern“.

Das erste große Beratungsprojekt war dann das von langer Hand vorbereitete und auch mit Eigenmittel der DLG  cofinanzierte Projekt „Arbeitskreise fortschrittlicher Landwirte“ in Tekirdag/Thrakien. Das Projekt wurde aus Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) über die GTZ Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit gefördert, welche die Projektdurchführung an die DLG-Agriservice vergab. Mit der Arbeit wurde 1988 begonnen, der erste Projektleiter war Herr Dr. Gerhard Bauer.
Das Bemerkenswerte an diesem Projekt, das offiziell bis 1996 lief, ist, dass es auch heute noch – also nach 24 Jahren, nimmt man den Vorläufer ÖCP dazu, sogar noch nach 26 Jahren  - im Rahmen der Zusammenarbeit der DLG mit dem Verband der Türkischen Landwirtschaftskammern (TZOB) begleitet wird. Und ganz wichtig:  Nachdem die offizielle Projektförderung ausgelaufen war, haben sich die geschaffenen Strukturen eigenständig fortentwickelt. Eine solche Nachhaltigkeit eines TZ-Projektes ist eine absolute Ausnahme, worauf die DLG und die DLG-Agriservice sehr stolz sein können.

Auch das zweite große Projekt lag in der Türkei. Ab 1989 wurde es unter dem Titel „Qualitätsverbesserung agrarischer Exportprodukte“ durchgeführt. Dabei ging es um die Qualitätsverbesserung der zum Export bestimmten Trockenfrüchte Aprikosen und Feigen.

Erwähnenswert ist ein weiteres sehr lang laufendes GTZ-Projekt: „Kooperation deutscher und marokkanischer berufsständischer Organisationen der Landwirtschaft“ in  Marokko. Ziel war es, die ANOC – Association Nationale Ovins et Caprins zu unterstützen. Dieses Projekt, das sage und schreibe bis 2007 lief, wurde von Anfang an von der Projektverantwortlichen Frau Dr. Ute Jacob betreut and war ein Vorzeigeprojekt der GTZ. Auch hier war der DLG-Vorstand mehrfach vor Ort, um entsprechende Unterstützung zu gewähren.

Die Geburtsstunde der Messestandbauaktivitäten der DLG-Agriservice fiel in das Jahr 1989. Der Beginn war eher zufällig. Der DLG e.V. wurde gebeten,  für einen kleinen Kreis von sieben DLG-Ausstellern den Besuch der Landwirtschaftlichen Messe FIMA 89 in Zaragoza/Spanien zu organisieren.   Ein solches Projekt war für die DLG- Ausstellungsabteilung echtes Neuland, hinzu kam die Sprachbarriere. Da besann man sich der AFC mit ihren internationalen Beziehungen und es kam die Anfrage, ob man diese Aufgabe nicht von Bonn aus übernehmen könne. Wir haben uns damals tief in die Augen geblickt und dann ja gesagt, da wir mit Frau Ursula Ahlbrecht eine – wie das damals noch hies – Chefsekretärin an Bord hatten, deren zweite Muttersprache Spanisch war. Wir haben zugesagt,  nicht ahnend, was wir uns da aufgeladen hatten. Diese Art der Tätigkeit war ja auch für uns absolutes Neuland und jeden Abend kamen dann von Frau Ahlbrecht  der Anruf aus Zaragoza, der wieder von neuen Problemen berichtete. Um es positiv auszurücken: Frau Ahlbrecht ist an dieser Aufgabe sehr gewachsen und schließlich haben sich alle Aussteller bei Ende der Messe überschwänglich bei Frau Ahlbrecht für ihren unermüdlichen Einsatz bedankt – trotz einiger Fehler, die im Vorfeld der Planung gemacht worden waren, z.B. die Wahl einer zu geringen Standgröße.

Als nächstes wurde dann kurz nach der Wende 1989 die Ausstellung „umweltgerechte Agrarproduktion“ mit 60 Ausstellern am Alexanderplatz in Berlin durchgeführt.

Im Nachgang zu Zaragoza fanden  Gespräche mit der DLG statt und es wurde eruiert, ob sich hier nicht neue Betätigungsmöglichkeiten für die DLG-Agriservice böten. Heraus kam die Entscheidung, auf den DLG-Austellungen  Standbauleistungen anzubieten. Durch den starken saisonalen Charakter galt es auch hier Fixkosten zu vermeiden, weshalb die Konzeption vorsah,  Standbaufirmen als Subunternehmer einzuschalten. Die Kunden-Zielgruppe sollten vor allem kleinere, ausländische Aussteller sein, denen man ein preiswertes Rundum-Sorglospaket anbieten wollte. Mit diesem Konzept ist DLG-Agriservice zum ersten Mal bereits auf der Tier & Technik 1989 angetreten (25 Stände). Im Jahr 1991 folgten die DLG Agra in Markkleeberg (32 Stände),  die Huhn + Schwein in Hannover (67 Stände) und die Agritechnica in Frankfurt mit 60 Ausstellern.

In den Jahren danach erfolgte vor allem eine Konzentration auf die im Wechsel statt findenden Ausstellungen EUROTIER und AGRITECHNICA in Hannover, bei denen von Jahr zu Jahr die Zahl der Kunden gesteigert werden konnte.

Nach den ersten Schritten im Standbau kam die politische Wende im Jahr 1989, die für DLG- Agriservice plötzlich ganz neue Möglichkeiten bot. Beginnend mit dem Jahr 1991 hat das Bundesministerium des Innern unter der damaligen Federführung von Herrn Staatssekretär Waffenschmidt Beratungsprogramme zur Unterstützung von Auslandsdeutschen aufgelegt. Es gelang hier, den DLG e.V. quasi als Generalunternehmer zu installieren mit der Erlaubnis, sich bei der Durchführung der Projetke der Dienste der Tochterfirma DLG -Agriservice zu bedienen.

In diesen Jahren hat DLG-Agriservice wegen des Umfangs dieser Programme einen starken Umsatzanstieg zu verzeichnen gehabt. Die Projekte erstreckten sich dabei auf alle Länder Mittel- und Osteuropas bis hin nach Zentralasien, in denen Auslandsdeutsche gesiedelt haben.
Ich darf Ihnen die wichtigsten Projekte aus diesen Programmen nennen:

Die Aufzählung einzelner Projekte wird von der zur Verfügung stehenden Zeit abhängen.

Bulgarien

  • Förderung modellhafter Selbsthilfeorganisationen im Tal der Maritza

Estland

  • Entwicklung der estnischen Kammer für Landwirtschaft und Handel, Aufbau eines Qualitätssiegels
  • Lieferung von Ersatzteilen für landwirtschaftliche Technik
  • Verbesserung der Schweineproduktion

Kasachstan

  • Landwirtschaftliche Soforthilfe für die Russlanddeutschen in der Republik Kasachstan
  • Fördermaßnahmen für handwerkliche Verarbeitungsbetriebe zur Veredelung landwirtschaftlicher Produkte
  • Technische Ausrüstungen für Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse im Gebiet Nordkasachstan

Kirgistan

  • Aufbau einer Molkerei/Käserei

Lettland

  • Lieferung von Agrartechnik-Ersatzteilen

Litauen

  • Aufbau einer Maschinengemeinschaft
  • Aufbau eines Dachverbandes für die litauische Agrar- und Ernährungswirtschaft
  • Entwicklung überbetrieblicher Maschinennutzungssysteme

Polen

  • Förderung des Dorftourismus
  • Aufbau eines Unternehmens zur Versorgung der Landwirtschaft mit Betriebsmitteln
  • Förderung des Agrartourismus in verschiedenen Landesteilen
  • Beratung beim Aufbau landwirtschaftlicher Arbeitskreise  (hierzu später noch mehr)

Rumänien

  • Lieferung von Landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten
  • Aufbau eines landwirtschaftlichen Organisationswesens
  • (modellhafte Erzeugergemeinschaften für Qualitätsgetreide, Qualitätsschweine und Qualitätsmilch )
  • Landwirtschaft in Bergregionen und Betriebsentwicklungsplanung für private Landwirte, ländliche Unternehmen und private Vereinigungen

Russland

  • Anpassung der landwirtschaftlichen Aus- und Weiterbildung
  • Landwirtschaftliche Soforthilfe für den Deutschen Nationalen Rayon in Halbstadt/Altai (mit Focus auf die Verarbeitungsbetriebe – Mühlen, Käsereien, Fleischverarbeitung, Ölmühlen)
  • Aufbau eines Bauernverbandes im Oblast Kaliningrad
  • Verbesserung der Qualitätskontrolle für ausgewählte Nahrungsmittel

Ukraine

  • Förderung des Messe- und Technologiezentrums Olexandrivka

Ungarn

  • Beratung des ungarischen Verbandes für Dorftourismus
  • Seminare zu Qualitätserzeugung und Vermarktung von Wein

Wenn Sie sich die Vielzahl der Projekte in den verschiedenen Ländern vor Augen führen, können sie leicht ermessen, dass es damals bei uns rund ging. Es galt Angebote zu schreiben, Verhandlungen zu führen, die passenden Experten für die Entsendung in einem leergefegten Markt zu suchen, die Experten für ihren Einsatz vorzubereiten, die Projekte zu steuern. Projektbetreuungsreisen fielen an, die Finanzplanung war zu erstellen und zu kontrollieren und schließlich waren Zwischen- und Abschlussberichte für den Auftraggeber und die Zwischen- und Endabrechnungen zu erstellen.

Insgesamt gesehen lag der Schwerpunkt unserer Arbeit darin, deutschstämmige Bevölkerungsgruppen darin zu unterstützen, westliches know how in der Agrar- und Ernährungswirtschaft durch Aus- und Weiterbildung zu erwerben und geeignete Strukturen wie Verbände oder Erzeugergemeinschaften aufzubauen. Es gehörte aber auch dazu, investive Hilfen zu organisieren, v.a. im Landtechnikbereich. Ein Sonderfall war, dass wir in Anbetracht der Knappheit der Mittel recht preiswert stillgelegte Käsereien in der Schweiz aufgekauft und in den GUS-Staaten wieder aufgebaut haben.

Rückschauend betrachtet konnte damals den Deutschstämmigen sehr geholfen werden. Das ebenfalls mit unserer Tätigkeit verfolgte Ziel, eine massive Übersiedlung nach Deutschland zu verhindern, konnte dagegen nur teilweise erreicht werden. Dafür waren die Verlockungen des Westens und die administrativ unkomplizierte Auswanderung vor allem für junge Menschen zu verlockend.

In diese Zeit fiel aber z.B. auch die Aufgabe, im Auftrag der Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch die KFW, große Düngemittellieferungen nach Kambodscha treuhänderisch zu planen und abzuwickeln.

Aufgrund der starken Geschäftsausweitung seit Beginn der 90-ger Jahre mussten wir auch die Eigenkapitalbasis verbreitern. Wir nahmen verschiedene Kapitalerhöhungen vor.

Zum 01.01.1997 habe ich die Geschäftsführerposition von Herrn Prof. Strecker übernommen, der Ende 1996 altershalber ausgeschieden war. Diese Position bekleidete ich bis November 2001, bevor sie in Verbindung mit einem internen Neuzuschnitts der Geschäftsbereiche bei der AFC auf Herrn Elles überging.

Nachdem die großen Beratungs-Programme des Bundesministers des Innern  Ende der 90-er Jahre ausgelaufen waren, hat sich DLG-Agriservice wieder auf die traditionellen TZ-Beratungsprojekte konzentriert. Ich möchte davon beispielhaft einige der lang laufenden Projekte erwähnen:

China

  • Aufbau des Deutsch-Chinesischen Demonstrationsbetriebs Staatsgut Ganhe (Damit ist das Ziel verbunden, der deutschen Landtechnik-Industrie den Zugang zum chinesischen Markt zu erleichtern)

Marokko

  • Förderung der Qualität von Agrarprodukten

Turkmenistan

  • Förderung der privaten Landwirtschaft in Taschaus


In all diesen Jahren hat der Geschäftsbereich „Messestandbau“ eine kontinuierliche Aufwärtsentwicklung verzeichnen können, das Wachstum war stets größer als das Wachstum der Ausstellungen selbst. Gemessen an der Anzahl der Aussteller war DLG-Agriservice der größte Dienstleister für Messebau-Leistungen auf den Ausstellungen EUROTIER und AGRITECHNICA in Hannover. Die letzten Jahre haben wir mit 5 bzw. 6 Unterauftragnehmern zusammen gearbeitet. V.a. für kleinere und ausländischen Aussteller konnten wir den großen Vorteil bieten, dass wir auf den Ausstellungen mit einem eigenen Büro an zentraler Stelle präsent waren, das auch immer permanent besetzt war, und dass wir Handwerker an der Hand hatten, die auf die Schnelle Änderungs- und Ergänzungswünschen entsprechen konnten.

Bei den letzten beiden Ausstellungen wurden 498 Kunden bei der EUROTIER (2010) bzw. 578 Kunden bei der AGRITECHNICA (2011) bedient.

Das Auftragsvolumen ist dabei so groß geworden, dass für diesen Geschäftsbereich neben Aushilfen in den Spitzenzeiten permanentes Personal beschäftigt werden musste. Damit waren aber die ursprünglichen Überlegungen, nämlich durch Nutzung von personellen Teilkapazitäten der AFC Fixkosten zu sparen, nicht mehr gültig. Deshalb erfolgte 2010 die Entscheidung, diese Aktivitäten incl. des Stammpersonals nach Frankfurt zu verlagern, zumal dann eine enge Zusammenarbeit mit dem DLG-Ausstellungsbereich erleichtert wurde.
In dieser neuen Struktur sind wir zum ersten Mal bei der AGRITECHNICA 2011 angetreten und wir können sagen, es war die absolut richtige Entscheidung.

Eine neue Entwicklung, die starke Veränderungen für die DLG-Agriservice mit sich brachte, hängt mit dem Entschluss des DLG e.V. zusammen, sich stärker international auszurichten.  Die rasante Zunahme der Globalisierung in der Landwirtschaft sowie die immer größer werdende Arbeitsteilung in der Agrar- und Ernährungswirtschaft machten diesen Ausbau in der DLG-Arbeit erforderlich.

Dabei sollte der Grundsatz gelten:
In der DLG-Agriservice werden zukünftig die meisten der Aussstellungsprojekte der DLG-Gruppe im Ausland gebündelt. Hierbei sollte die DLG-AS als Dach und Zentrale für die Aktivitäten in den verschiedenen Ländern/Regionen mit eigenen Tochterunternehmen der DLG-AS fungieren. Falls keine eigene Tochterfirma etabliert ist, soll DLG-AS als Veranstalter auftreten.

Den Töchtern sollten dabei folgende Aufgaben zukommen:

  • Ausstellungen im Ausland
  • Unterstützung der Leitausstellungen des DLG e.V. bei der Aussteller- und Besucherwerbung (hier wurden erhebliche Synergien erwartet)
  • Fachtagungen, Seminare und Fortbildung


Da dies nicht direkt unter dem Dach des Vereins geschehen sollte, fiel der Beschluss, diese Aktivitäten bei der DLG-Agriservice anzusiedeln. Bei den Beratungsprojekten erfolgt  weiterhin eine Kooperation mit der AFC International.

In diesem Zusammenhang war ein ganzes Bündel von Maßnahmen nötig:

  • Von der AFC wurde der 30 %-ige Anteil gekauft, so dass die Gesellschaft seit dem 01.01.2006  zu 100 % dem e.V. gehört
  • Der Firmennamen wurde mit Wirkung zum 01.01.2010 in DLG International GmbH umgewandelt
  • Das Kapital wurde auf EURO angepasst.
  • Zum 01.04.2009 wurde ein zusätzlicher Geschäftsführer – Herr Bernd Koch – eingestellt, der zunächst zur Überleitung zusammen mit Herrn Elles tätig war. Nachdem Herr Elles zum 30.06.2011 als Geschäftsführer ausschied, ist Herr Koch jetzt alleiniger Geschäftsführer der DLG International GmbH.
  • Im Rahmen der Neufassung der Satzung wurde 2009 auch der Geschäftszweck wie folgt leicht verändert: Gegenstand des Unternehmens ist die Förderung der in- und ausländischen Agrarwirtschaft sowie von Unternehmen und Institutionen anderer Wirtschaftszweige durch Bereitstellung von Beratungs- und Dienstleistungen.


Herr Koch hat sich mit Unterstützung vor allem von Herrn Dr. Köckler voll und ganz der Internationalisierung gewidmet und jetzt ging es Schlag auf Schlag:

Bereits 2008 gab es die ersten Schritte zur Gründung der Tochtergesellschaft DLG AgroTech Service in China.

Im Jahr 2009 kamen dann hinzu:

*    Türkei            DLG Fuarcilik Ltd.           

*    Niederlande        DLG BENELUX              

*    Rumänien        DLG InterMarketing       

*    Polen            DLG Agro Food Sp.z o.o.       

Mit der Gründung der DLG Agro Food in Polen kommt eine Entwicklung zum vorläufigen Abschluss, die bereits Ende der 80-er Jahre begonnen hatte. Damals hatte die DLG (insbesondere der Fachbereich Land- und Ernährungswirtschaft) die Kontakte zur polnischen Agrarwirtschaft intensiviert.  Bereits 1992 verabschiedete der Vorstand der DLG auf Vorschlag der AG Ausland ein Konzept zur Durchführung von Feldtagen in Oppeln. Zugleich betreute die DLG-Agriservice eine dem Konzept des ersten Türkeiprojekts sehr ähnliche Initiative zur Förderung polnischer landwirtschaftlicher Betriebe durch bäuerliche Arbeitskreise. Da dieses Projekt ebenfalls in der Region Oppeln angesiedelt war, konnten sich die Arbeiten der DLG in Richtung Feldtage/Polen „Dni Pola“ mit den Projektarbeiten der DLG-Agriservice erfolgreich ergänzen.
Im Laufe der Zeit baute die DLG ihre Aktivitäten in Polen weiter aus. Die anfängliche Kooperationen mit der Polagra/Poznan, die Zusammenarbeit mit der polnischen Prüfstelle für Landtechnik IBMER, den regelmäßig wiederkehrenden Feldtagen „Dni Pola“ und die hochkarätigen „DLG-Unternehmertage Polen“ machte eine ständige Präsenz der DLG in Polen notwendig. Die logische Folge daraus war die Gründung der DLG Agro Food.

In 2010 kam hinzu:

*    Deutschland        IFWexpo Heidelberg GmbH   

In diesem Fall hat die DLG International Anteile übernommen, nachdem der bisherige geschäftsführende Gesellschafter altershalber ausgeschieden ist.

Der Schwerpunkt der IFW Expo liegt in der Organisation von Ländergemeinschaftsständen, dem Vertrieb von Ausstellungsständen in ihrer Eigenschaft als Mitveranstalter sowie der Organisation von Delegationsreisen. Ein gewisser Schwerpunkt liegt in den Ländern der GUS.

Die genannten Tochterfirmen befinden sich zum Teil in vollständigem Besitz der DLG International GmbH, z.T. werden Mehrheitsbeteiligungen gehalten.

Mit ebenso atemberaubender Geschwindigkeit hat man das Ziel der „Organisation bzw. Mitorganisation von Ausstellungen im Ausland“ realisiert. Es würde den Rahmen sprengen, wenn ich hier alle bislang durchgeführten Aktivitäten auflisten würde. Beispielhaft sei auf die realisierten Aktivitäten im Jahr 2011 verwiesen. Es wurden 11 Fachveranstaltungen in 8 Ländern durchgeführt. Es konnten knapp 300.000 Besucher und gut 3.700 Aussteller verzeichnet werden.

 Im Jahr 2012 sind 12 trade Shows in 7 Ländern vorgesehen. Sie können sich darüber am besten ein Bild machen in der Übersicht „DLG International – Trade shows 2012“, die Ihnen am Eingang ausgehändigt wurde.

Im Zusammenhang mit der Zunahme der Aktivitäten musste natürlich auch die Anzahl der Mitarbeiter der DLG International auf- und ausgebaut werden. Hier und heute sind 7 Personen beschäftigt: neben dem Geschäftsführer ist dies Frau Smith als Leiterin der Kommunikation. Diese Aufgabe übernimmt künftig Herr Botzian wegen der Schwangerschaft von Frau Smith. Die Aufgabe der Herren Mindru und Kreisel ist die Kundenakquise. Herr Brieger und Frau Klepatz-Ploch kümmern sich um den Bereich Standbau, ergänzt um Aushilfskräfte vor und während den Ausstellungen. Hinzu kommen die Mitarbeiter in den Tochter- bzw. Beteiligungsunternehmen.

Damit ist man dem strategischen Ziel der DLG-Gruppe – nämlich weltweiter Marktführer für den Bereich der Fachausstellungen im Agrarbereich hinsichtlich Aussteller, Besuchern und Gesamtvolumen zu werden – ein sehr großes Stück näher gekommen.

Mir war es vergönnt, die DLG International von ihrer Geburtsstunde an begleiten zu dürfen. Ich habe Ihnen aufgezeigt, dass in den 25 Jahren drei Hauptsäulen die Tätigkeit der Gesellschaft geprägt haben: Beratungsprojekte, Standbau und Internationalisierung. Die Gewichtung in den einzelnen Zeitabschnitten war dabei durchaus unterschiedlich.

Trotz diesen weit gefächerten Aktivitäten wurde nie die grundsätzliche Aufgabenstellung der DLG International, wie sie auch in der Satzung verankert ist – Förderung der in- und ausländischen Agrarwirtschaft – aus dem Auge verloren.

Es ist mir ein Anliegen, als ehemaliger Generalbevollmächtigter und späterer Geschäftsführer der Gesellschaft dem Hauptgesellschafter DLG e.V.  und seinem Vorstand bzw.  seinen Geschäftsführern zu danken. Sie können sich denken, dass die ganzen Veränderungen im Tätigkeitsfeld der DLG International nicht ohne Diskussionen im Vorfeld und einigen Schleifspuren in der Umsetzung verliefen. Die Zusammenarbeit vor allem mit Herrn Ihle,  Herrn Dr. Rieger, Herrn Heinemeyer, Herrn Prof. Grandke und Herrn Dr. Köckler – um nur das Hauptamt zu nennen - war jedoch stets von einem vertrauensvollen, offenen und fairen Miteinander gekennzeichnet.

In all diesen Jahren habe ich die Art und Weise, wie man bei der DLG die Geschäfte tätigt, zu schätzen gelernt: Sorgfältig in der Vorbereitung, Meinungsbildung auf breiter Basis, konsequente Umsetzung der einmal beschlossenen Strategie, Feinjustierung wenn notwendig und Ausrichtung auf das längerfristige Ziel.

Wenn ich sehe, welche Projekte aktuell in der Prüfung sind, weiss ich, dass der eingeschlagene Weg seine Fortsetzung finden wird. Ich bin überzeugt davon, dass auch die nächsten 25 Jahre der Gesellschaft durch eine große Dynamik geprägt sein werden und ich bin zuversichtlich, dass die DLG International einen herausragenden Beitrag leisten wird zum erklärten Ziel des DLG e.V., der weltweit führende Anbieter von Fachausstellungen  für die Land- und Ernährungswirtschaft zu werden.

Kontakt:

Martin Botzian
Tel.: +49(0)69/24 788-290
Fax: +49(0)69/24 788-138
E-Mail: M.Botzian(at)dlg.org